Männertherapie - Männerberatung

Männer zur Sprache bringen.

 
Ist Gesprächstherapie eine Form der Auseinandersetzung, die den Bedürfnissen von Männern gerecht wird?
 
Zumindest fühlen Frauen sich innerhalb therapeutischer Gespräche gut aufgehoben. Das Verbalisieren von Gefühlen, als wichtigstes Instrument, ist den Frauen vertraut. Männer haben da so ihre Schwierigkeiten.
 
 
 
Ein Mann, ganz im Sinne des heute noch überkommenen Konstruktes vom Mann-Sein, empfindet eine Abneigung gegen das Zeigen von Gefühlen. Dazu muss man wissen, dass das Zulassen von Gefühlen stets das Potential birgt, mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten in Kontakt gebracht zu werden. Die größte Gefahr für Männer ist, in Kontakt mit dem Gefühl der eigenen Hilflosigkeit zu gelangen. Dieses Gefühl gilt es abzuwehren. Keiner, auch keine Frau, will einen Mann in seiner Hilflosigkeit erleben (wenn er flennend auf Knien dahergekrochen kommt und - "bitte hilf mir, ich weiß nicht mehr weiter" - sagt). Zwangsläufig müssen die meisten Gefühle abgewehrt werden, außer Freude und Wut. Diese beiden Regungen werden einem Mann meist problemlos zugestanden. Interessanterweise ist Wut oft ein Ausdruck von Traurigkeit. Aber in der Wut kann Mann seine Enttäuschung ausagieren ohne tiefer an die Bedeutung der beteiligten Gefühle gehen zu müssen. Somit stellt die Wut ebenfalls ein Konzept zur Abwehr "entmachtender" Gefühle dar.
 
Wie gelingt es nun, Männer für eine psychologische Beratung oder gar eine Psychotherapie zu gewinnen?
 
Hierzu gibt es leider kein Patentrezept. Auslöser für den Besuch einer Praxis dürfte der Leidensdruck oder, bei aufgeschlossenen Männern, der vorausschauende Blick sein. Weiterführend ist es wichtig, als Berater/ als Therapeut , die Gefühlsabwehrkonzepte der Männer zu kennen, zu erkennen und sichtbar zu machen. Letzteres ist bei den Männern mit viel Widerstand verbunden. Psychologisch geschultes Personal muss dann mutig sein, damit diese Männer aus ihren Konzepten gebracht werden können. Jenseits der Konzepte werden Männer verblüffender Weise wieder zu "liebenswerten" Gefühlswesen, die sie in frühester Kindheit schon mal waren. Da ist dann sehr viel Authentisch-Sein und Freude am emotionalen Reden. Männer entdecken sich jenseits ihrer Abwehrkonzepte völlig neu (obwohl sich die Form der therapeutischen Gesprächsführung nicht grundlegend geändert hat)!
 
In diesem Sinne kann ich allen angesprochenen Männern empfehlen, sich auf diese Weise in erfahrene Hände zu begeben und sich eine Option zur Auflösung ihrer Themen zu schaffen.